Warum 2026 ein Spitzenjahr für Private Equity werden könnte
Für Private-Equity-Anlegerinnen und -Anleger waren die vergangenen zwei Jahre schwierig. Sie waren geprägt von verschärften Finanzierungsbedingungen, einem rückläufigen Transaktionsvolumen, [1] erschwerten Exit-Möglichkeiten [2] und grösseren Bewertungsunterschieden zwischen Käufern und Verkäufern. So zogen Partner es vor, die Anlagen länger zu halten, als sie mit Abschlägen zu verkaufen. [3]

In solchen Zeiten verschwinden Anlagemöglichkeiten jedoch häufig nicht ganz vom Markt, sondern werden vielmehr neu definiert. Auch am Jahresanfang 2026 gibt es Anzeichen dafür, dass für Private Equity eine Phase der Neuausrichtung beginnt. Die Bewertungen haben sich angepasst, Kapital ist nach wie vor reichlich vorhanden, und die Zahl der Deals steigt allmählich wieder. In der Vergangenheit signalisierten solche Phasen oft den Auftakt zu sehr erfolgreichen Private-Equity-Jahrgängen.
Neue Chancen durch Marktkorrekturen
Die Performance von Private Equity wird in hohem Masse von den Einstiegsbedingungen beeinflusst. Fonds, die nach Phasen von Marktstress Kapital aufnehmen und einsetzen, profitieren häufig von tieferen Einstiegsbewertungen. So bieten sie ein besseres langfristiges Renditepotenzial, insbesondere wenn die öffentlichen Märkte sich stabilisieren und die Exit-Bedingungen sich normalisieren. Laut J.P. Morgan folgt eine langfristige Outperformance von Private Equity häufig auf Phasen der Volatilität und Verwerfungen an den öffentlichen Märkten, wenn Selektivität und Preisdisziplin verstärkt werden.[4]

Für Anlegerinnen und Anleger, die 2026 in Private Equity investieren wollen, ist diese Marktkorrektur von erheblicher Bedeutung. In der Vergangenheit war der Erwerb qualitativ hochwertiger Unternehmen zu fairen Preisen – statt eines Wettbewerbs auf Markthöchstständen – ein wesentlicher Faktor für langfristig erfolgreiche Private-Equity-Anlagen.
Kapital im Überfluss
Obwohl sich das Investitionstempo in den letzten Jahren verlangsamte, verfügen Private-Equity-Unternehmen nach wie vor über reichlich Kapital. Nach Angaben von S&P Global Market Intelligence belief sich das Dry Powder im Private-Equity-Bereich Anfang 2025 weltweit auf rund USD 2,18 Bio. und lag damit nahe am Rekordniveau. Diese erhebliche Kapitalreserve wartet nun darauf, eingesetzt zu werden.[6] In einem Umfeld mit viel Kapital und einem begrenzten Pool hochwertiger Anlagemöglichkeiten gewinnen Zugang und Beziehungen zunehmend an Bedeutung, um sich besonders attraktive Anlagen zu sichern.

Diese Entwicklung ist aus zwei Gründen relevant: Erstens unterstützt sie eine Zunahme der Deal-Aktivitäten bei Buyouts, Wachstumskapital und Carve-outs. Zweitens veranlasst sie die Manager dazu, ihr Kapital diszipliniert einzusetzen, anstatt Entscheidungen auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Diese Bedingungen eröffnen Anlegerinnen und Anlegern neue Möglichkeiten und beleben die Dynamik in der Anlageklasse neu.
Wachsende Bedeutung von Secondaries
Im aktuellen Markt zeichnen sich Private-Equity-Secondaries als wachsendes Segment ab. Bei solchen Sekundärmarkttransaktionen werden bestehende Fondsanteile oder Portfolios von anderen Anlegerinnen und Anlegern erworben, in der Regel mit einem Abschlag auf den Nettoinventarwert. In Phasen mit geringerer Liquidität und rückläufiger klassischer Exit-Aktivität nutzen tendenziell mehr Anlegerinnen und Anleger dieses Segment, um ihr Portfolio neu auszurichten oder früher Ausschüttungen zu erhalten.
Laut Jefferies erreichte das Transaktionsvolumen auf dem Sekundärmarkt im Jahr 2024 weltweit einen Rekordwert von USD 162 Mrd., was einem Zuwachs von rund 45% gegenüber dem Vorjahr entspricht und den Spitzenwert von 2021 übertrifft.[8] Dieses Wachstum signalisiert eine starke Aktivität, da Partner und Anleger Liquidität und eine Optimierung ihrer Portfolios anstreben.
Für Anlegerinnen und Anleger bieten Secondaries klare Vorteile: eine sofortige Diversifizierung, ein geringeres Blind-Pool-Risiko und im Vergleich zu Kapitalzusagen am Primärmarkt auch häufig einen früheren Cashflow. Durch den Erwerb von Anteilen an Fonds, die bereits einen Teil ihrer Wertschöpfung durchlaufen haben, können Secondaries auch den J-Kurven-Effekt mindern, der traditionell mit Private-Equity-Anlagen verbunden ist.
Infolgedessen sind Secondaries inzwischen nicht mehr nur ein taktisches Instrument, sondern auch ein strategischer Bestandteil von Privatmarktportfolios. Sie bieten Anlegerinnen und Anlegern, die Diversifizierung, Flexibilität und ein gezieltes Engagement in den Privatmärkten anstreben, eine praktische Einstiegsmöglichkeit.
Managerauswahl als Erfolgsfaktor
Private Equity weist seit jeher eine starke Streuung bei der Performance auf. Der Performanceunterschied zwischen den leistungsstärksten und den leistungsschwächsten Managern ist deutlicher als bei den meisten öffentlichen Anlageklassen.
Blackstone weist darauf hin, dass dieser Unterschied zwischen Private-Equity-Managern im obersten und untersten Quartil oft viel grösser ist als bei öffentlichen Aktien oder Unternehmensanleihen. In einigen Fällen liegt er bei den annualisierten Renditen im zweistelligen Bereich.[9] In Erholungsphasen kann sich diese Kluft weiter vergrössern, da stärkere Manager Marktverwerfungen ausnutzen, während schwächere sich mit Altbeständen, höheren Finanzierungskosten oder einem begrenzten Zugang zu neuen Anlagemöglichkeiten konfrontiert sehen.
Daher ist die Auswahl der Manager wichtiger denn je. Zugang, Erfahrung und Disziplin bei der Prüfung der Anlagen sind die Schlüssel zum Erfolg, insbesondere in einem von knapperer Finanzierung und selektivem Wachstum geprägten Umfeld.
Bei Petiole wird Private Equity als Teil einer umfassenderen Portfoliostrategie betrachtet, nicht als eigenständige Allokation. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Auswahl qualitativ hochwertiger Manager. Diese müssen optimal auf die Ziele der Kundinnen und Kunden abgestimmt und zudem in der Lage sein, Transaktionen über Marktzyklen hinweg auszuführen, vor allem wenn die Bedingungen Geduld und Präzision erfordern.
Ein Markt für langfristig ausgerichtete Anlegerinnen und Anleger
Das Zeitfenster nach einer Marktkorrektur bleibt nicht unbegrenzt offen. Sobald das Vertrauen zurückkehrt und sich der Wettbewerb verschärft, steigen die Preise tendenziell und die Einstiegsvorteile nehmen ab.
Private Equity ist nicht immun gegen Ungewissheit und bietet auch keine Erfolgsgarantie. In der Vergangenheit hat sich jedoch ein disziplinierter, selektiver Einstieg in die Anlageklasse nach einer Marktkorrektur für geduldige Anlegerinnen und Anleger häufig gelohnt.
Während sich die Märkte anpassen, verlagert sich der Schwerpunkt auf eine sorgfältige Vorbereitung. Es geht weniger darum, den richtigen Zeitpunkt im Zyklus zu finden, als die richtigen Partner, Strategien und Zukunftserwartungen für den Aufbau eines Engagements auszuwählen.
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